Der Weg zum Aufstieg oder die zwei Gesichter der Brühler Damen
3. Kreisliga: SG MTG/PSV Mannheim 3 – TV Brühl 2 16:19 (9:5)
Sonntag, 13:15 Uhr, beste Krimizeit dachten sich wohl die Brühler Damen und wollten den mitgereisten Fans einen Nervenkitzel der besonderen Art bieten. So war alles in der mehr alten wie ehrwürdigen Halle der MTG Mannheim für das Spitzenspiel angerichtet. Die Gastgeber ließen es sich nicht mal nehmen, Eintrittsgelder für die Gästefans zu kassieren, die aber natürlich gerne den Umzug der MTG Mannheim in eine neue Spielstätte unterstützen.
Zum Spiel: die Geschichte der ersten 30 Minuten ist schnell erzählt. Die Damen des TV Brühl entdeckten alle Tugenden der vergangenen Saison wieder; Unkonzentriertheit, chaotischer und ungeduldiger Spielaufbau, fehlende Deckungsarbeit, Pass- und Fangschwäche und Lauffaulheit waren die Markenzeichen des TV Brühl. Die Zuschauer fragten sich gar, ob das Handballspielen verlernt wurde. So stand es zur Hälfte der ersten Halbzeit 7:2 für die Mannheimer. Dank einer lautstarken Ansage in der Auszeit der beiden Trainer stabilisierte sich nun wenigstens die Deckungsarbeit, so dass der Halbzeitstand von 5:9 das Bild wieder einigermaßen gerade rückte.
Was nun in der Kabine passierte, wird den Mitgereisten wohl immer als nicht gelöstes Rätsel des Sonntag-Thrillers in Erinnerung bleiben.
Eine nicht wieder zu erkennende Mannschaft der Brühler Damen kehrte zurück auf die Platte. Kassierten die Brühlerinnen in den ersten Minuten der zweiten Hälfte noch zwei Tore zum 5:11, waren ab sofort nur noch Kampfgeist, Konzentration, Motivation, absoluter Siegeswille, Teamgeist, Spielfreude, Bewegungsfreudigkeit und Gedankenschnelle Schlagwörter, die das Brühler Spiel beschreiben. Wäre in der letzten Saison das Spiel nach dem Verlauf der ersten Halbzeit schon längst abgeschrieben gewesen, zeigten die Brühler Damen, dass sie verdient Meisterschaftsanwärter in der aktuellen Saison sind und stärkten die Teambindung durch so einen großen Kampf um ein Vielfaches. Ab der 46. Minute hatten die Brühlerinnen das Spiel gedreht und führten erstmals mit 13:12. Vor allem der starke Rückhalt durch Torfrau Ines Zschiesche und die abermals starke Michelle Linke als Rückraumspielerin ließ den TV Brühl immer sicherer in den Aktionen werden, so dass auch sehenswerte Kombinationen am Kreis gezeigt und in Torerfolge umgesetzt wurden. Auch in der Deckung wurde nun sehr konzentriert und konsequent gearbeitet und der Gegner zu Fehlern gezwungen. So stand es am Ende der nervenaufreibenden 60 Minuten 19:16 und die Brühlerinnen entführten weitere zwei Punkte nach Hause.
Bei der anschließenden Analyse des Spiels wurde das Thema rote Laterne für diese Saison nun endgültig und mehrfach ad acta gelegt und auch das Trainergespann wagte angesichts des 16:0 Punktekontos von Meisterschaftsanwärtern zu sprechen.
TV Brühl: Schmahl, Zschiesche; Tomann, Körner, Wacker(1), Gaisbauer (3), Ullrich(2), Michel, Schäfer, Martin(1), Linke (8/1), Stauffer, Weinhart (4/4), Hirsch.
