Bereits zum fünften Mal führte der TV Brühl/SG Brühl Ketsch seine Skifreizeit für seine beiden A-Jugendmannschaften durch. Es ging wieder einmal auf das in 1700 Meter Höhe, traumhaft gelegene, Jugendgästehaus Gerlosplatte ins schöne Zillertal.
Schon am Neujahrsnachmittag bei der Gepäckabgabe im Hof von Familie Schäfer war die Vorfreude groß. Der Gepäckanhänger wurde mit den Skiern, Snowboards und Koffern randvoll beladen. Die nächste Nacht war mehr als kurz, denn Treffpunkt war bereits um drei Uhr in der Früh am TV Clubhaus. Einige verschlafene, aber aufgeregte Gesichter konnten es kaum erwarten, dass es los geht. Nach Verabschiedung des elterlichen Trosses setzte sich die Wintersportkarawane, bestehend aus 25 Schneehungrigen, verteilt auf fünf Fahrzeuge in Richtung Süden in Bewegung. Das Ziel wurde nach einer reibungslosen Fahrt am späten Vormittag erreicht. Nach Erledigung verschiedener Formalitäten wurde die riesige Zillertalarena bei bewölktem Wetter zum Schnuppern in Angriff genommen. Dabei übrigens auch erstmals ein Teilnehmer, der nach einem 48-stündigem Crashkurs, bereits ehrfurchtsvoll mit Franz Klammer verglichen wird.
Der nächste Tag begann mit Kaiserwetter. Nach dem Frühstück gab es kein Halten mehr. Zu Beginn des Liftbetriebes war das komplette Team bereits vor Ort und kehrte erst am frühen Abend ausgepowert, aber happy wieder zurück. Nach dem Essen wurde über die anstehende und kraftraubende “Schnitzeltour“ gesprochen. Diese Tour führt durch das komplette Skigebiet und ist nur von geübten Skifahrern zu bewältigen.
Diese wurde mit 14 Abenteuerlustigen in Angriff genommen. Der Wettergott hatte scheinbar etwas gegen diese Tour, denn Wind und Schnee pfiffen den Skifahrern auf den Gipfeln heftig um die Ohren. Von der Gerlosplatte (2040 m) über Königsleiten (2315 m), Isskogel (2264 m), Kreuzjoch (2559 m), Übergangsjoch (2500 m) und die Karspitz (2264 m) wurde kräfteraubend die Schnitzelhütte erreicht. Dort wurden wahrlich Riesenschnitzel verabreicht, die nur von wenigen zu bewältigen waren. Gut gesättigt, aber auch etwas träge, ging es wieder zurück auf die Pisten. Doch das Wetter verschlechterte sich. Mit letztem Einsatz wurde die Karspitz erreicht. Wegen Sturmwarnung wurden der Lifte gesperrt und die Sitze eingezogen. Es half nichts, es ging zurück zur Talstation in Zell am Ziller. Durch die Wetterverhältnisse war das Skigebiet teilweise lahmgelegt, so dass sehr viele Skifahrer auf die Shuttle-Busse angewiesen waren. So auch die Schnitzelgruppe, die direkt an unserem Hauslift ausstieg. Da der Lift schon eingestellt war, wurde telefoniert. Ein treuer TV-ler erbarmte sich, die Gestrandeten mittels zweifacher Fahrt aufzulesen. Als die erste Gruppe abgeholt wurde, kam ein Skibus vorbei. Nach Aussage des Busfahrers sollte er zum Jugendsporthotel hochfahren. Leider wurde die zweite Gruppe an einem anderen Ort gefahren. Der TV-ler staunte nicht schlecht, als der Treffpunkt leer war. Er fuhr leer wieder zurück. Die zweite Gruppe setzte sich widerwillig, aber gut gelaunt bei Dunkelheit in Bewegung, so dass die Unterkunft per Fußmarsch zum Abendessen erreicht wurde. Das Ganze war dann eher als Survivaltour eingestuft. Am Abend wurde darüber schon wieder gelästert, Lieder gedichtet, und in einen sehr schönen Geburtstag hinein gefeiert.
Leider wurde das Wetter in den nächsten Tagen noch schlechter. Immer mehr Lifte und Gondeln stellten ihren Betrieb ein. Die ganze Skigruppe wurde angemahnt, wenn überhaupt, nur in großen Gruppen zu fahren und nichts zu riskieren, denn es stürmte und schneite weiter. Trotz aller Belehrungen hatte sich ein Mitglied von der Gruppe gelöst und fuhr alleine. Am Nachmittag kam per Handy ein Hilferuf. „Bitte holt mich ab, ich weiß nicht wo ich bin, habe mich verfahren.“ Zwei mutige Jugendtrainer setzten sich bei starkem Schneefall ins Auto und suchten ihn. Nach mehreren Telefonaten war der Ort des Irrläufers bekannt. Aber das Schicksal nahm seinen Lauf. Die beiden mutigen Retter hatten sich festgefahren und bekamen die Schneeketten nicht aufs Auto. Ein Anruf setzte ein zweites Auto mit weiteren Betreuern in Bewegung. Zwischendurch bekam das erste Fahrzeug Hilfe. Welche Schmach, von zwei Holländern wurden die Schneeketten montiert. Mittlerweile wurde der verlorene Sohn von Einheimischen gerettet. Zu dem ganzen Unglück riss auch noch eine Schneekette. Dennoch kamen alle, zwar durchgefroren aber heil und ohne erkennbare Schrammen zurück. Deshalb wurde auch ohne große Umschweife die Apres-Skiparty durchgeführt. Doch plötzlich Stromausfall. Der Wasserkocher war übergelaufen und hatte die Sicherung ausgelöst. Das Haus war stromlos. Es kam bei der Dunkelheit zu merkwürdigen Aussagen: “meine Glühbirne ist kaputt oder warum brennt bei Stromausfall das Notlicht“. Zwischendurch wurde dann noch über das Rodeln am Hainzenberg diskutiert, was aber wegen des sehr starken Schneefalls ausfallen mußte.
Am Abfahrtstag staunten wir nicht schlecht. Wo sind unsere Autos? Es waren nur noch Schneeberge zu sehen. Von Autos keine Spur. Nach dem Frühstück wurden alle Handballer zum Schneeschippen geschickt und es wurde auch die nötige Ersatzschneekette besorgt. Alles gepackt, alle Schneeketten aufgezogen, denn auch ohne Oranje war die nötige Übung inzwischen vorhanden und los ging es. Gerlosplatte runter, Gerlospass runter, Schneeketten ab und mit Normalgeschwindigkeit weiter. Um Zeit aufzuholen sollte der Achenpass/Achensee ausgespart werden. Aber wegen Staugefahr leiteten die Navis die Gruppe genau wieder dorthin. Da das Auto mit dem Anhänger erneut die Ketten auflegen mußte, wurde der Konvoi wieder gesprengt. Durch diese Aktion wurde einige zum Fernsehstar. Wie aus heiterem Himmel tauchte just in dem Moment ein Kamerateam eines bekannten Fernsehsenders auf, das das Schneechaos zu filmen beabsichtigte, was in den abendlichen Nachrichtensendungen tatsächlich zu sehen war. Erst in Bad Tölz fanden sich alle zum Menü in einem fast food Restaurant wieder ein. Der Rest war Routine und am späten Abend war Brühl wieder erreicht, wo die Sprösslinge bereits von den Daheimgebliebenen erwartet wurden.
Vollkommen erledigt, aber umso glücklicher waren alle Teilnehmer der Skifreizeit. Trotz oder wegen einiger Survival-Einlagen war es wie jedes Jahr ein voller Erfolg. Die Gemeinschaft war absolut intakt und das schweißt schließlich noch mehr zusammen. Und Spaß und Vergnügen gab es sowieso genug.
Ein Dank für alle Sponsoren und Organisatoren. Ohne Sie ist so ein Event nicht möglich. Ein besonderen Dank gilt den Hauptsponsoren, der Handballjugendabteilung des TV Brühl und der SG Brühl/Ketsch und dem Förderverein der TSG Ketsch, die den Löwenanteil dieser Veranstaltung getragen haben.
Zusätzliche Sponsoren:
Auto o.k., Hans Blau, Getränkehandlung & Brennerei Frank Zobeley, Waldemar Linke, Gerhard Jungmann, Kameradschaftskreis TV Brühl, Metzgerei Jürgen Giese, Alfred Naber, Rohrhofapotheke Klaus Renkert, Jürgen Schäfer, Reinhard Schäfer, Jürgen Schmitt, Uwe Schmitt, Michael Scholand, Walter Stoner, TV Clubhaus Brühl Anke und Jürgen Kracht und Hermann Wörn.
Die Organisatoren möchten, dass die Skifreizeit ein fester Bestandteil der Handballabteilung bleibt, damit alle A-Jugendlichen unseres Vereins das Vergnügen haben, weiter daran teilzunehmen.
Die Vorbereitung für 2013 läuft übrigens schon wieder an.
HK.